Historie der DLRG Kölpinsee e.V.

Im Sommer 1965 fand erstmals in Kölpinsee auf Usedom ein organisierter Wasserrettungsdienst unter der Leitung des Deutschen Roten Kreuzes der DDR am Strand von Kölpinsee statt. Die Rettungsschwimmer von damals waren größtenteils Studenten, die in ihren Ferien ehrenamtlich und gemeinnützig tätig sein wollten. Sie wachten mit noch recht einfachen Rettungsmitteln über die Urlauber und Badegäste am Strand und im Wasser.

In Zusammenarbeit mit Gemeinde und Kurverwaltung von Kölpinsee/Loddin und unter Einsatz eigener Leistungen wurde die Sicherheit des Strandabschnittes Kölpinsee nach und nach ausgebaut. Zum Hauptturm, später Zentrale genannt, gesellten sich in östlicher Richtung Ostturm, Stubb 1 und Stubb 2; in westlicher Richtung Westturm und Zeltplatzturm Koserow. Außerdem wurden umfangreiche Lautsprecheranlagen und Notrufsäulen installiert. Das erste Motorrettungsboot der DDR-Ostseeküste befand sich in Kölpinsee.

In all den Jahren des gemeinsamen Wasserrettungsdienstes (WRD) entstand aus der Gruppe Rettungsschwimmer eine verschworene, kameradschaftliche Gemeinschaft, in die später auch deren Familien und Kinder hinein wuchsen.
Während anfangs unser Quartier ein ausgedienter Omnibus hinter der Bäckerei in Kölpinsee war, konnten wir bald darauf in ein idyllisches kleines Bungalowdorf in der Karlstraße 9 einziehen. Hier war auch der Sitz des Zweckverbandes WRD, der bereits Koserow und Zempin einband.
Später wurde dieser Zweckverband bis Karlshagen ausgedehnt und mit den zugehörigen Campingplätzen betrieblich verbunden, um eine stabile finanzielle Grundlage für die Werterhaltung der Rettungstechnik zu schaffen.

Im Zuge der Veränderungen und der allgemeinen Umstrukturierung der Jahre 1989/90 schloss sich der Wasserrettungsdienst Kölpinsee der seit 1913 bestehenden Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) als Ortsgruppe Kölpinsee an und ist seitdem ein eingetragener und gemeinnütziger Verein. Die Gründungsversammlung der DLRG Kölpinsee fand am 28. Mai 1990 statt. Mittlerweile konnten wir die Mitgliederzahlen von damals 27 auf nunmehr 118 steigern. Unsere Mitglieder kommen aus allen Berufs- und Altersgruppen, wobei die aktiven Rettungsschwimmer auch heute noch ehrenamtlich, unter Verwendung ihres Jahresurlaubs, für die Sicherheit am Strand sorgen.
Ehrenamtlich heißt übrigens, für eine Aufwandsentschädigung von 5 € plus Verpflegungsgeld von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr am Strand Aufsicht zu machen; manchmal, wenn Einsätze oder Suchmeldungen dies erfordern, auch länger. Inzwischen kann man sogar erleben, dass Rettungsschwimmer, die schon in den Anfangsjahren am organisierten Wasserrettungsdienst in Kölpinsee teilnahmen, nun mit ihren Kindern gemeinsam Wachdienst leisten.

Dabei ist es gerade das Wechselspiel von "Jung und Alt", von Tatendrang und Erfahrung, das unsere Ortsgruppe so stark macht, dass wir auch Probleme, wie die Zerstörungen unserer Türme und Einsatzgeräte durch Vandalismus und Sturmfluten, gemeinsam überwinden können. So werden Rettungstürme und Technik jedes Frühjahr mit viel Eigenarbeit sowie der Unterstützung der Gemeinde aus der Winterfestmachung erweckt, damit der Wasserrettungsdienst der Rettungsschwimmer im Sommer überhaupt möglich ist. Mittlerweile ist der WRD in Kölpinsee auf einem hohen Stand rettungsdienstlicher und notfallmedizinischer Ausrüstung angelangt. Moderne Funktechnik, ein Notfall-versorgungsraum, der mit dem Standard eines Rettungswagens vergleichbar ist, ein Motor-rettungsboot und natürlich gut ausgebildete und trainierte Rettungsschwimmer sind Garanten für Ihren sicheren Ostseeurlaub in Kölpinsee.

Die Ortsgruppe trifft sich übrigens auch außerhalb der Saison mehrmals im Jahr, um den Wasserrettungsdienst vor- und nachzubereiten.

Dabei werden Lehrgänge und Fortbildungen abgehalten sowie die Rettungs- und Einsatztechnik geprüft und erneuert, aber auch Probleme und Ideen für den Einsatzstandort Kölpinsee diskutiert.



Inzwischen wurden Rettungstürme erneuert bzw. grundhaft saniert. Projekte für den Neubau von Rettungstürmen in Stubbenfelde sind in Sicht. Voller Freude konnten wir im Jubiläumsjahr 2005 eine völlig neu erbaute, hochmoderne Unterkunft in Loddin, neben der Feuerwehr, in Besitz nehmen. Damit haben sich die Unterkunftsbedingungen für die Rettungs-schwimmer exzellent verbessert. Ein solches Objekt wird sich schwerlich anderenorts an der deutschen Küste finden lassen. Dafür sind wir unserer Gemeinde und Kurverwaltung sehr dankbar.

2011 wurde ein Rettungs-Quad für die schnelle Zuführung von Rettungsschwimmern über den Landweg angeschafft. In den nächsten Jahren steht die Ersatzbeschaffung des Ostturmes, ein Transportanhänger für Patienten für das Quad und ein neues Motorrettungsboot auf dem Plan.

Und ebenfalls wollen wir unsere im Jahr 2008 so erfolgreich gestartete Fachtagung „Wassersicherheit auf Usedom“ fortsetzen.

Damit wollen wir einen ganz praktischen Beitrag im Kampf gegen den Ertrinkungstod und für sicheres Baden an der Ostsee leisten.